Wer sind wir? Was wollen wir?

Wir sind ein Bürgerteam, das – getreu dem Leitbild von Sorvia – Antworten sucht auf die Frage: Wie gestaltet sich die Zukunft der Oberlausitz?
Immerhin betrifft das die Lebensgestaltung von etwa 606 000 Menschen. Deren Lebensgrundlagen erwirtschaften
ca. 30 600 hiesige Firmen. Doch wie werden die unter dem Doppeltrend von Alterung und Schrumpfung der
Bevölkerung zukunftsfähig? Selbst ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung beträgt das ostdeutsche
Lohnniveau 73 % des westdeutschen. Auch dieses Gefälle macht die Oberlausitz zur Abwanderregion. Wie kann
bei derartigen Herausforderungen die Bürgerschaft stärker die Zukunft mitgestalten?

Weiterlesen …

Startregion: Oberlausitz

Königsbrücker Heide

Blick vom Keulenberg in Richtung Königsbrücker Heide

1 Ruhland-Königsbrücker Heidegebiet

Blick vom Keulenberg in Richtung Königsbrücker Heide

Diese Landschaftsgliederung folgt »Andreas Gerth: Reise in die Erdgeschichte«. Gemäß der Geowissenschaft orientiert sie sich an „markanten Großformen wie Höhenzüge und Täler sowie klimatisch unterschiedlich beeinflussten Zonen oder stratigraphischen Einheiten im Untergrund.“ Die »Erlebnisregion Oberlausitz« lag vor 570 Mio. Jahren auf der südlichen Erdhalbkugel und erhielt ihre heutigen Naturschönheiten durch Kontinentalverschiebungen, Vulkantätigkeit, Ur-Meere sowie drei Eiszeiten.

Im Lausitzer Urstromtal gelegen, ist mit rund 7 000 ha das Territorium der Ruhland-Königsbrücker Heide das größte Naturschutzgebiet des Freistaates Sachsen. Ein Drittel erstreckt sich im Land Brandenburg. Als Waldgebiet dominieren auf der nährstoffarmen Bleicherde (Podsolboden, 2007 zum Boden des Jahres ernannt) ausgedehnte Kiefernwälder.

Die Landschaft wird aufgelockert durch Feuchtgebiete, Teiche und das 10 000 Jahre alte sowie 1 700 ha große Dubringer Moor mit zoologischen Kostbarkeiten wie Fischotter, Rohrdommel, Kranich, Weißstorch, Seeadler, aber auch seltene Moorpflanzen wie Sonnentau, Glockenheide und Wollgras. Auch vom Aussterben bedrohte Libellen fühlen sich hier wohl.

Park Bad Muskau

Brücke im Pückler-Park Muskau
Auf Fürst Pücklers Wegen

2 Muskauer Heide

Brücke im Pückler-Park Muskau

Die Landschaft erstreckt sich als Talsandheide (Binnendünengebiet) zwischen der Schwarzen Elster bis zur Lausitzer Neiße. Vor 15 bis 20 Mio. Jahren entstanden hier aus Tertiärwäldern (Sumpf-, Auen- und Sommerlaubwald) sowie aus den Torfmooren der Eiszeit reichhaltige Braunkohlenvorkommen. Bei den Eisvorstößen schrammten bis zu 500 m hohe Gletscher über unsere Region. Sie schoben auf einem bis zu 300 m tiefen Dauerfrostboden Leitgeschiebe aus Nordschweden und Dänemark vor sich her. Dabei entstand der Muskauer Faltenbogen, eine hufeisenförmige Hügelkette mit dem 116 m hohen Drachenberg. Bergbaugeschichte vermittelt die Energiefabrik Knappenrode.

Aus den Braunkohlentagebauen, die von Aussichtsplattformen zu besichtigen sind, wurden Findlinge geborgen. Aus diesem Erbe der Eiszeiten wurde der 20 ha große Lausitzer Findlingspark Nochten mit speziellen Gartenbereichen und natürlichen Biotopen gestaltet. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der 830 ha große Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, größter Landschaftspark Zentraleuropas und seit 2. Juli 2004 Weltkulturerbe.

Als Mekka für Wassersportler gilt das Lausitzer Seenland, Europas größte künstliche Wasserlandschaft mit 28 Seen. Neun davon sind mit schiffbaren Kanälen verbunden und bieten etwa 7 000 ha touristisch nutzbare Wasserflächen.

Teichlandschaft

eine Oase für die Tier- und Pflanzenwelt
"Natur pur" bei Skaska

3 Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet

Teich bei Skaska

Der Naturraum des Oberlausitzer Heide – und Teichgebiets erstreckt sich im Lausitzer Urstromtal und bietet mit 350 Teichen das größte wirtschaftlich genutzte Teichgebiet Mitteleuropas. Eine 30 102 ha große Landschaft, in 21 Areale untergliedert, gilt seit 1996 als 13. UNESCO-Welt-Naturerbe Deutschlands. Touristen werden sachkundig durch das sorgsam als Erbe für nachfolgende Generation behütete Gebiet geführt, das von den Städten Hoyerswerda, Kamenz, Bautzen, Niesky und Weißwasser umsäumt ist. Geschützte Zuflucht finden hier 3 400 Tierarten, darunter 807 Arten, die auf der sächsischen Roten Liste zu finden sind.

Den Oberlausitzer Teichwirten, die auf eine 800-jährige Berufstradition zurückblicken, stehen 5 200 ha Teichfläche zur Verfügung, mit denen 34 Fischarten gezüchtet werden. Seit 13. September 2008 bieten die Binnenfischer als ersten deutschen Karpfen auch filetierten Bio-Karpfen als küchenfertiges Convenience- Produkt feil. Der mit feinstem Bio-Getreide gefütterte Fisch gilt als Spezialität der Lausitzer Fischwochen, die seit 2001 alljährlich im Herbst gefeiert werden.

Ein 80 km langer Seeadler-Rundweg weist darauf hin, das hier in einer rund 300 km² großen Wildnis etliche Revierpaare leben. Die Gegend zählt zugleich zur größten Wolfsregion Deutschlands, in der 2012 sieben Rudel Zuflucht suchten.

 

Bautzener Panorama

Bautzener Panorama
Blick von der Friedensbrücke

4 Oberlausitzer Gefilde

Bautzener Panorama

Das uralte Siedlungsgebiet der Sorben dehnt sich in einem bis zu 15 km breiten Territorium zwischen Kamenz im Westen und Löbau im Südosten als welliges Hügelland mit fruchtbarem Lösslehmboden aus. Im Süden grenzt die Oberlausitzer Mittelgebirgsschwelle an die Höhenzüge des Oberlausitzer Berglandes. Vor 40 000 Jahren streiften hier vor der letzten Eiszeit späte Neandertaler durch die damalige Mammutsteppe und hinterließen als Beweis eine Silexblattspitze.

Mittendrin in diesem traditionsträchtigen Naturraum die Große Kreisstadt Bauten (obersorbisch Budyšin), mit 40 000 Einwohnern größte Stadt der Oberlausitz. Der im Jahr 1002 erstmals als civitas Budusin  erwähnte Ort nannte sich seit 3. Juni 1868 offiziell Budussin.

Die Stadt an der Spree machte sich ab 1866 mit Senf einen Namen. Die Würzpaste, schätzte man schon vor 3 000 Jahren in China, Karl der Große (*747 bis †814) soll sie in Mitteleuropa publik gemacht haben. Heute kauft man Bautz`ner Senf mittelscharf selbst im spanischen Els Poblets (Website). Alljährlich im Herbst begibt sich die Stadt mit den Bautzener Senfwochen auf kulinarische Entdeckungsreise in Restaurants und Kneipen.

 

Hutberg bei Kamenz

Blick vom Hutberg auf die Kamenzer Kirche
Blütenpracht im Monat Mai

5 Westlausitzer Hügel- und Bergland

Blütenpracht auf dem Hutberg

Die Landschaft zwischen dem Oberlausitzer Gefilde und dem Oberlausitzer Bergland steigt im Bereich der Städte Kamenz und Bischofswerda in Form eines 18 km langen und etwa 8 km breiten bewaldeten Bergzuges an. Der höchste Punkt wird mit dem Hochstein bei Kindisch erreicht, auf dem sich die Felsenburg des Sibyllensteines in 449 Metern Höhe erhebt. Bekannte Berge sind der Butterberg bei Bischofswerda, der Schwedenstein bei Steina sowie der Kamenzer Hutberg. Diese Berge des in zwei Hügelketten gegliederten Höhenzuges bieten dem Wanderer kulinarische Entdeckungen und sind obendrein vorwiegend aus dem Zweiglimmergranodiorit geformt.

Die Höhenzüge, die von artenreichen Wäldern bedeckt sind, bieten bei Rehnsdorf sogar essbare Kastanien. Die Berge sorgen obendrein für reichlich Regen, weil sie den feuchten Westwinden entgegenstehen und die Wolken sich hier abregnen. Das erklärt auch, weshalb sich ausgerechnet in diesen Naturraum zahlreiche Quellen finden, aus denen Flüsse entstehen wie die Schwarze Elster, die Pulsnitz, die Röder und das Klosterwasser

Die beschauliche Landschaft ähnelt nicht selten einem Landschaftspark, zumal entlang dem alten Grenzfluss Pulsnitz sowie dem munteren Haselbach.

 

Blick auf die Sächsische Schweiz

Grenzlandschaft im Süden der Oberlausitz

6 Oberlausitzer Bergland

Grenzlandschaft im Süden der Oberlausitz

Das kleine Mittelgebirge, das von drei Höhenzügen aufgebaut wird, gipfelt im 588 Meter hohen Valtenberg. Der dort nach Plänen von Architekt Carl August Schramm (*1807 bis †1869), einem Schüler von Karl Friedrich Schinkel (*1781 bis †1841), erbaute und 1857 nach 150 Bautagen eingeweihte 22 m hohe Aussichtsturm, bietet einen herrlichen Rundblick bis zum Elbsandsteingebirge, zum Erzgebirgskamm und bei guter Sicht bis zum Iser- und Riesengebirge.

Am Valtenberg entspringt die Wesenitz, die in der Nähe von Pirna in die Elbe mündet. Unmittelbar neben der Quelle befindet sich ein Mundloch, das in den Stollen eines ehemaligen Goldbergwerkes führt. Es trägt die Innschrift »Valentin-Erb-Stollen1752-1755«. Fast 500 Jahre währte die Goldgräberzeit am Valtenberg. Allerdings war die Ausbeute eher bescheiden.

Im Lausitzer Bergland entspringen ebenfalls die Spree und das Schwarzwasser. Die Fichtenwälder, die sich mit Laubwald abwechseln, bieten zahlreichen Tierarten Schutz wie Rothirsch, Reh, Fuchs, Dachs, Marder, aber auch Siebenschläfer und Haselmaus sowie Eule, Specht und viele Singvögel. Im Frühjahr blühen an einigen Berghängen Himmelschlüsselwiesen.

Kloster Marienthal

Neiße-Landschaft

7 Ostlausitzer Hügelland und Neißegebiet

Neiße-Landschaft

Die reich gegliederte Landschaft erstreckt sich nördlich des Zittauer Gebirges zwischen der Lausitzer Neiße im Osten, Löbau im Westen und Kodersdorf im Norden. Der Begriff Hügelland täuscht jedenfalls darüber hinweg, dass etliche Gipfel überraschend hoch sind. Der Rotstein bei Sohland (455 m) oder der Sonnenhübel bei Niederoderwitz (469 m). Zwischen den Erhebungen dehnen sich weite Täler. Zu den größeren Senken zählen das Zittauer-, das Berzdorfer- sowie das Seifhennersdorfer-Varnsdorfer Becken.

Begrenzt werden sie von vulkanischen Kuppen wie dem Rotstein, dem Löbauer Berg (448 m), dem Kottmar (583 m), dem Oderwitzer Spitzberg (510 m, Sommerrodelbahn, Sportklettergebiet mit über 90 Routen) und der Landeskrone (420 m, vor 34 Mio. Jahren entstanden).

Mit den Königshainer Bergen, seit 1974 Landschaftsschutzgebiet, die der Tunnel der Bundesautobahn 4 durchquert, erreicht das Landschaftsgebiet Mittelgebirgscharakter. Der Gebirgsstock aus Granit lieferte u. a. Baumaterial für das Königliche Schloss Berlin (Bauzeit 1443-1451), das Reichstagsgebäude (1884-1894), den Leuchtturm Kap Akona (1901-1902), die Uferschutzmauer Insel Helgoland (1903-1927), das Sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptow (1946-1949).

Zittauer Gebirge

Felsen bei Oybin

8 Zittauer Gebirge

Felsen bei Oybin

Das mit etwa 50 km² kleinste Mittelgebirge Deutschlands gilt als direkte Fortsetzung des Elbsandsteingebirges und bietet mit den steilen vulkanischen Kuppen und Kegeln ein in Deutschland einmaliges Landschaftsbild. Die höchste Erhebung des Zittauer Gebirges und zugleich der höchste Berg Deutschlands östlich der Elbe ist die Lausche (793 m) südlich von Waltersdorf. Über deren Gipfel verläuft die Grenze zur Tschechischen Republik. Von hier aus reicht der Blick über das Oberlausitzer Bergland bis zur Sächsischen Schweiz, zu den Gipfeln des Böhmischen Mittelgebirges, den Jeschken und im Südosten bis zum Iser- und Riesengebirge.

An der Lausche kann man deutlich die Höhenstufen des Waldes ausmachen. Auf tschechischem Staatsgebiet hat sich am Fuße des Berges ein unter Naturschutz stehendes typisches Mittelgebirgsmoor entwickelt. Im Sommer erfreuen den Wanderer kräuterreiche Bergwiesen, die sich bis zu den Hochflächen erstecken.

In den Bergwäldern leben neben Rothirsch und Reh sogar einzelne Gämsen. In den schroffen Felswänden brütet der Uhu, der nachts geräuschlos dahin gleitet. Das Zittauer Gebirge als Landschaftsschutzgebiet mit mehreren Naturschutzgebieten wurde 2008 zum Naturpark erhoben.


Aktuelles von Sorvia

„Ein Gedächtnis der Lausitz bringt viele spannende neue Erkenntnisse. Für Sorvia wünschen wir uns,
Canis lupus. Quelle: Wikipedia/ Bernarnd Landgraf

Hurra? Der Wolf ist da.

Wolfsgegener unter den Jägersleuten lassen sich keine Gelegenheit entgehen, um den Wolf zu diffamieren. Das ist sogar dem Umweltminister zu bunt. Durch diese Unglaubwürdigkeit animiert, fragen immer mehr dem Wolf Wohlgesonnene verdutzt: Brauchen wir überhaupt derartige »Jäger«, wenn in Wolfsregionen Wildbestände und Artenvielfalt besonders wachsen? Eltern mit dem Rotkäppchen-Syndrom meinen, der Wolf würde ihre Kinder wie Lämmer reißen. Wo – in aller Welt – hat der menschenscheue Wolf im letzten halben Jahrhundert je einen Menschen angegriffen?

Hätte man bei den ersten Verkehrsunfällen das Auto verbieten sollen? Ebenso werden wir uns nun auch beim Wolf an Wildschäden gewöhnen müssen. Eine Region ereifert sich, wo doch das Zusammengehörigkeitsgefühl das Wichtigste ist. Diskutieren wir in der Wolfsregion Oberlausitz das Pro & Contra des Wolfs.           »Weiterlesen ...

Die Zukunft der Lausitz - mit oder ohne Kohle?

Braunkohlenwirtschaft wie bislang bedeutet weiterhin rigorosen Eingriff in die heimatliche Natur mit massiven Folgen des Klimawandels mit kaum beherrschbarer Massenmigration. Ist das etwa unser Vermächtnis für unsere Nachkommen? Quelle Wikipedia

Eine Geprächsreihe von SORVIA zum Strukturwandel in der Lausitz. Wie wollen wir gemeinsam leben?

Ist dieses Entweder-Oder überhaupt real? Viele plädieren für den Status quo. Also alles soll so bleiben wie es in der Lausitz bislang mit der Kohleveredlung Tradition ist. Aber ist dieser Wunsch angesichts der weltweiten Energiewende überhaupt zukunftsfähig? Wäre nicht ein Sowohl-als-auch wesentlich aussichtsreicher? Die neuen Herausforderungen erfordern neue Weichenstellungen. Wir Heutigen entscheiden jetzt über die Zukunft von Generationen nach uns. Was ist unser Vermächtnis für sie? Wie wollen wir fortan gemeinsam in der Lausitz leben? Braunkohle – Quelle unseres Wohlstandes – verramschen? Das sind Themen einer Gesprächsreihe von SORVIA.

Darüber diskutiert haben wir am 18. Mai 2016 im Bürgerzentrum in Hoyerswerda auf einem Podiumsgespräch parteiübergreifend und konfessionsunabhängig mit dem Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk, dem Wirtschaftsexperten Dr. Günter Seifert, Traditionsverein »Glückauf Schwarze Pumpe« und Dr. Wolfgang Daniels, Präsident der Vereinigung zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien Sachsen vom (VEE Sachsen e.V.)

Unsere Partner


finden Sie hier ...